konfrontationen – Workshops
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Das zeitlich erste Projekt fand bereits im Oktober 2009 an der HS / RS Spielberg statt, wo für die 25-Jahr-Feier der Schule am 3. Dezember eine „Klangcollage“ entwickelt werden sollte. Das Prinzip der Einbeziehung von Geräuschelementen aus der unmittelbaren Umwelt der Schüler/innen wurde in einigen Workshops als Grundlage der Gestaltung herangezogen. In Spielberg betätigten sich die Schüler/innen als „Klangscouts“, die mit Aufnahmegeräten dem akustischen „Fingerabdruck“ ihrer Schule auf die Spur zu kommen. Joseph Klammer verarbeitete die Aufnahmen zu Grundlagen – Samples, aus denen dann gemeinsam durch technisch aufwändige Looptechnik ein Stück gestaltet wurde. Ein Schlagzeuger strukturierte dann den zweiten Teil des Stücks mit kräftigen Beats.
Das Konzept von Aufnahme, Verarbeitung und Überlagerung von Geräuschloops wurde von Joseph Klammer auch beim Workshop der 3M-Klasse der VS St. Peter durchgeführt. Für die „Schulmelodie“ wurde die Raum-Akustik der Kirche St. Peter als natürlicher Hall-Effekt verwendet.
In der Volksschule St. Peter, die einen Musikschwerpunkt hat, beteiligten sich auch alle weiteren Klassen des Musikzweiges an den „konfrontationen“. Die Jüngsten in der 1M-Klasse stellten mit instrumentalen und vokalen Klängen Wasser in seinen verschiedenen Aggregatzuständen dar. In „Wasser“ wurden die Aufnahmen dieser Klänge von Clemens Frühstück elektronisch zu einem Klangbild arrangiert, welches Eva Brunner als Grundlage für eine ausdruckstänzerische Umsetzung verwendete.
Eva Brunner war als Tänzerin auch am Stück „her & hin“ der 2M-Klasse beteiligt; gemeinsam mit Clementine Fuchs wurde ein Stück entwickelt, das durch die aufsteigende Zahlenreihe von 1 – 6 charakterisiert ist: es gibt 2 Ensembles, 3 Bewegungsqualitäten, 4 Farben, 5 Sinne und 6 Klänge, die sich aber je nach Instrumentarium zwischen den Ensembles unterscheiden. Aus den verschiedenen Zuordnungsmöglichkeiten wird entsteht das Stück.
Für die „Klingenden Glasträume“ wurde von Elisabeth Harnik zusammen mit den Schüler/innen der 4M-Klasse eine CD-Einspielung realisiert, in der mit Glasflaschen und Schwenkgläsern erzeugte Klänge verarbeitet sind. Zu dieser CD spielte ein Kammermusikensemble aus 2 Violinen, Schlagzeug und E-Piano live unter anderem ein von einer Schülerin selbst komponiertes Lied. Die tänzerische Gestaltung wurde wieder von Eva Brunner erarbeitet.
In der VS Ratschendorf realisierten Henrik Sande und Sabine Kandlbauer ein „Farbenspiel“, in dem die vier Elemente bestimmten Farben und Körperformen zugeordnet wurden. Dazu wurde ein eigenes Lied komponiert („Ratschendorfer Lied“), das sowohl vokal als auch instrumental in die Performance eingebaut wurde. Die Schüler/innen waren als Tänzer/innen, Sänger/innen und Instrumentalist/innen am Geschehen beteiligt.
An der VS Eisteich wurden nach vorbereitenden Einheiten mit Rhythmus-, Gestaltungs- und Bewegungsübungen ein Stück gestaltet, das auf die Erfahrungswelt der Kinder eingeht und ihnen die Möglichkeit kreativen Gestaltens gibt: „Partyfeelings“. Welche Gefühle im Verlauf eines Kinderfestes entstehen können, wird auf Instrumenten und mit Bewegung dargestellt.
In der Peter-Rosegger-Haupt- und Realschule Mürzzuschlag wird in Musikerziehung das „Vokal - instrumentale Klassenmusizieren“ praktiziert. Die Orchestergruppe, die sich aus diesem Bildungsangebot ergeben hat, realisierte mit Katharina Klement und Konrad Rennert ein mehrstufiges Projekt, bei dem unter dem Titel „on record“ Aufnahmen von Bläserklängen als Grundlage für weitere Aufnahmen verwendet werden; das sich ergebende Klanggeflecht wird noch einmal live von den Instrumenten „übermalt“.
An der NMS Engelsdorf nahem zwei Klassen an den „konfrontationen“ teil. Die 2A-Klasse betitelte ihr Stück „Ocean Kids“; eine Bewegungsgruppe und eine Musikgruppe traten dabei in einen durch intensive Zusammenarbeit gekennzeichneten Dialog. Ziel des Stückes war es, Stimmungen durch runde/direkte und eckige/indirekte Bewegungen (erarbeitet mit Jesica Rittstieg) darzustellen sowie mit Vokalen und Hauchlauten bzw. Schlagwerkinstrumenten zu untermalen (Betreuung der Musikgruppe durch Elisabeth Harnik).
Die 4AB-Klasse nahm die kommende Fußballweltmeisterschaft als Impuls für die Gestaltung des Stücks „Ke Nako“. Mit einem klanglichen Handshake österreichischer und südafrikanischer Anfeuerungsrituale wurde ohrenbetäubende Lebensfreude gezeigt. Christian Schiller ermutigte die Schüler/innen, Vuvuzelas und Ratschen aus der Sphäre der Fußballstadien in die Struktur der eigenen Komposition überzuführen und baute auch den E-Gitarristen der Gruppe in die Performance ein; Christina Schober nützte für die Bewegungsgestaltung den ganzen Raum des „Doms im Berg“. Ein wesentlicher Aspekt war die von den Schüler/innen mit Handlampen selbst durchgeführte Beleuchtung.
Die große klassenübergreifende Projektgruppe des BG/BRG Bruck/Mur zeigte im Stück „Viele / Menschen“ eine Collage aus unterschiedlichen Stilen; Texte, Gesang, instrumentales Musizieren (auch mit dem Live-Vorbild und unter der direkten Anleitung von Pia Palme) wurden Grundlage einer Performance, bei der sich zuerst kleinere Gruppen einzeln vorstellten und die dann in eine gemeinsame Improvisation mündete.
Ein Stück von Manfred Stern wurde von der 4A-Klasse des BG/BRG Knittelfeld als Grundlage für eine perkussiv – rhythmische Übermalung verwendet; die von Karin Ordonez-Moreno betreute Tanzgruppe gestaltete die Bewegungsperformance zu „Tanzstück“.
Einen stark theatralischen Aspekt hatte „Eines Tages im Theater“ der 2D-Klasse des BG/BRG Seebacher. Der Inhalt: Die 2D Klasse des BG&BRG Seebacher probt für eine Musik – und Tanzvorstellung im Dom im Berg unter der Regie ihres Lehrers „Big Detlef“. Aber bei den Proben passieren seltsame Dinge und es läuft nicht alles so ab, wie es sollte. Am Ende nimmt die Klasse die Sache selbst in die Hand. Lars Skoglund verarbeitet durch Verzerrung und Transponierung Stimmsamples des Musiklehrers Christian Rinner; die Theater- und Tanzperformance entstand unter der Anleitung von Annika Luschin.
Das Stück „Silent Carneval“ lotete mit äußerst leisen und mit höchster Konzentration erzeugten Perkussionsklängen die Grenze zwischen Hörbarem und Unhörbarem aus. Die Musik, die die Schüler/innen mit Clementine Fuchs erarbeitet hatten, ging immer wieder unmerklich in die von Annika Luschin choreographierte Bewegung über. Durch weiße Masken und Handschuhe wurde der Eindruck eines gespenstischen Karnevals erzeugt.
Im Stück „Blitzlichter der Stadt“ der Wahlpflichtfachgruppe des BG/BRG Klusemann wurden Geräuschsamples und „objéts trouvées“ aus der Lebenswelt der Schüler/innen von Christian Klein zu einer Klangcollage montiert. Dazu gestaltete Christina Schober mit den Schüler/innen eine Tanzperformance.
Eine mehrschichtige Performance aus mit Mobiltelefonen aufgenommenen Geräuschen verschiedenster Maschinen, Instrumentalklängen (Schlaginstrumente, Gitarren) und ebenfalls mit Mobiltelefonen gefilmten Videosequenzen war „Maschinenklang“ der 5A-Klasse des BORG Dreierschützengasse. Betreut wurde die Klasse von Cordula Bösze und Seppo Gründler. Bei der Aufführung wurde die dynamische Gestaltung der Samples live von vier Schüler/innen übernommen, die das Abspielen über ein eigens konstruiertes Gerät vornehmen.
„Sinultanübersetzung“ ist Titel und gleichzeitig Titel und Programm des Stücks der Wahlpflichtfachgruppe des BORG Dreierschützengasse. Eine Komposition von Denovaire wurde unter dessen Leitung von den Instrumentalist/innen realisiert, wobei es besonders auf das Reagieren auf die
Zeichen des Dirigenten ankam. Simultan wurden die Musikimpulse von der von Annika Luschin betreuten Tanzgruppe „übersetzt“.
Die Grundlage für das „Küss mich Kater – Medley“ war die von Elisabeth Harnik mit dem Bläserquintett des Musikgymnasiums Graz im Rahmen der „konfrontationen“ erarbeitete Schauspielmusik zur Theaterproduktion der Schulgemeinschaft Dreihackengasse in Kooperation mit SchauspielAktiv!. Daraus stellten die Musiker/innen ein eigenständiges Stück zusammen, das eine zeitgenössische Musiksprache, die durch avantgardistische Klangtechniken auf den Instrumenten gekennzeichnet war, mit humorvollen Elementen verband.
Ein weiteres Projekt mit dem Musikgymnasium Graz war „virtual conductor“. Ein von Daniel Riegler entwickeltes Computerprogramm gibt den beteiligten Musikern über Bildschirme in Echtzeit generierte Spielanweisungen von unterschiedlichem Präzisionsgrad, die sich auf verschiedene musikalische Parameter, Spielweisen, Reaktionsaktivitäten o.Ä. beziehen. Dadurch entsteht ein unverwechselbares Augenblicksstück, das Elemente von Komposition und Improvisation mischt. Nach einer intensiven Kennenlern- und Übungsphase wurde die „konfrontationen“ – Version von „virtual conductor“ mit einer Vokal- und einer Instrumentalgruppe realisiert. Als Erweiterung in den Bereich der Visualisierung projizierte eine Gruppe von Graphiker/innen unter der Leitung von Josef Dorninger mit dem interaktiven Zeichenwerkzeug „tagtool“ animierte Graphiken auf die Leinwand.

